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Am 8. Juli 09 fand im
Theater am Saumarkt in Feldkirch «8 actions of art», eine
Veranstaltung des Kunstforums Montafon, Bereich Aktionskunst,
statt. Hildegard Unterweger präsentierte Filme und
Dokumentationen ihrer globalen Kunstaktion. Es wurde auch das
Originalbild von Hildegard Unterweger und das Aktionsbild von Mag.
Theresa Beitl und Peter Schlangenbader aus Berlin ausgestellt.
Um mit der Realität «Schritt
halten“ zu können, sollte der Mensch »in Gang kommen« und es
auch »bleiben«. Für diese »Art« (Kunst!) der geistigen und
emotionalen Wanderschaft benötigen wir genau diese. Die Kunst!
Sie kann als nie versiegende, gleichsam alchemistische Quelle der
Transformation verstanden werden. Ohne diese Wirkung wäre die
Kunst nur ein hübsches Necessaire für Wohlstandszimmerchen und
deren Bewohner.
Hildegard Unterweger aus
Vorarlberg hat sich dieses Humankapital als Ziel gesetzt und nutzt
die Freiheit der Aktionskunst. Sie gibt ihrer Zeichensetzung die
Chance auch außerhalb des Galeriebetriebes im Volk präsent zu
sein und die Reaktionen und deren individuelle Ausdrucksformen
anzunehmen und zu vertreten. Kriege und Gewalt erklären das
Unvermögen, Zugänge zu sich selbst, anderen und anderem zu
finden. Ein gangbarer Weg ist die Akzeptanz jeglicher
Gesellschaftsformen. Deshalb sollte die Sprache der Kunst in
diesem Sinne möglichst für alle verständlich sein.
Genau am 8. 8. 2008
(Ziffernsumme 8. In der ethisch symbolischen Zahlenwelt steht die
8 auch für den Frieden) wurde weltweit und zeitgleich das selbe
Bild als Zeichen des Einsatzes für den Frieden präsentiert und
eine in 11 Sprachen übersetzte Friedensbotschaft vorgetragen
(Typographie von Christoph Ganahl). Das Bild (Original: 250 x 150
cm auf Leinen – Aktionsbilder: 180 x 100 cm auf
wetterfestem Leinen) zeigt Portraits von 8 Müttern aus
verschiedenen Nationen, welche sehr realistisch dargestellt
wurden. Die Bildkomposition symbolisiert wieder die Zahl 8, in
deren Achse sich die moslemische Mutter befindet (auch als
Metapher zu betrachten). Die Anwendung einer perspektivisch
surreal angewandten Platzierung der Portraits im oberen Bereich
und das nach hinten Kippen der unteren Frauenköpfe (Schutzschild)
verstärken die Schutzhaltung gegenüber dieser Frau. Die Blicke
dieser Mütter fixieren den Betrachter des Bildes und vermitteln
Zusammenhalt, Kraft, Willenstärke und Durchsetzungsvermögen.
Die Message dieser Aktion
setzt auf die Friedensvermittlung: »Wenn alle Mütter dieser Erde
durch Friedenserziehung verhindern, dass ihre Kinder in den Krieg
ziehen, haben wir den Frieden!« Dieser Wunschgedanke erscheint
auf Anhieb unrealistisch und nicht erfüllbar. Vice versa: Noch
steht der erste spontane Gedanke für Krieg und Gewalt. Wir
resultieren gezwungenermaßen, dass mit dem Tod der Schwachen
deren starke Gedanken sterben. Aber genau hier erkennen
Friedensaktivisten den Stellenwert der Friedenserziehung und
setzen darauf ihre Hoffnungen.
Als Knackpunkt für Lösungen
hat sich immer wieder die Akzeptanz der Legitimität der »kollektiven
Erzählung« (collective narrative) des Andern erwiesen, eine
Problematik, die in komplexen, schweren Konflikten (intractable
conflicts) praktisch unlösbar erscheint. Doch Friedenserziehung
vermag das Verhalten zu ändern. Je höher die Anzahl der
Friedens-Befürworter steigt, umso schwächer wird der
Kriegs-Gedanke als Lösung eines Konfliktes. In der Folge kippt
die realistische Überzeugung automatisch zum Weltfrieden.
Die Chance der
Friedenserziehung sind starke, positive Emotionen. Wichtig ist
vorerst, den »Frieden zu denken«, und diesen Gedanken zu
verbreiten. Ein guter Gedanke, von vielen Menschen gleichzeitig
und weltweit, setzt starke und positive Energien frei. Mit sehr
viel Engagement fand nun Hildegard Unterweger weltweit 8
Aktionsbeteiligte aus verschiedenen Gesellschaftsschichten:
Feldkirch (30.675 Einw.) /Österreich/
Europa - Ausgangspunkt– Hildegard Unterweger veranstaltete
im Palais Liechtenstein in Feldkirch zur Komposition »Eirene"
von Herbert Willi eine Performance mit Ruth Grabher.
Berlin (3.400.000 Einw.) /
Deutschland / Nordeuropa – Der Fördererverein des Kunsthauses
am Lützowplatz veranstaltete hierzu als Reaktion eine
Aktionsmalerei mit Theresa Beitel und Peter Schlangenbader.
Rom (2.700.000 Einw.) /
Italien / Südeuropa – Padre Luca von der Pilgerkirche
Santa Croce in Gerusalemme hielt eine Liturgie.
Kaolack (1.000.000 Einw.) /
Senegal / Afrika – Der Afromusiker Moris Sow und seine Familie
tanzten mitten im Ort zu afrikanischen Rhythmen für den Frieden.
Kumuly (1.000 Einw.) /
Indien / Südasien – Oona Vihar, Mutter von 2 Kindern, kämpft
auf ihre Art für den Frieden, und erklärte sich bereit, in ihrem
Haus ein Fest zu veranstalten und an der Aktion teilzunehmen.
Myoko-City (39.000 Einw.) /
Niigata / Japan / Ostasien– Die Stadt Myoko-City präsentierte
ebenfalls auf ihre Weise eine Friedensaktion und Ausstellung.
Albury (100.000 Einw.)
/New South Wales/ Australien – Barbara Mössmer veranstaltete in
einem Haus der warmen Farben mitten im Ort mit Müttern von
verschiedenen Nationen ein Friedensfest.
Flagstaff (125.000 Einw.)
/Arizona / Nordamerika – Carlos Eymert organisierte mit zwei
sehr alten Menschen (Maya-Indianer) im Grand Canyon eine
Friedenszeremonie.
Temuco (260.000 Einw.) /
Chile / Südamerika – Renzo Vaccaro, der Direttore der
Universidad Cathòlica de arte organisierte mit seinen Studenten
eine Performance der Arouce-Indianer.
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Aktionsbild aus Berlin
Performance der
Arouce-Indianer in Temuco, Chile
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